Rolls-Royce hat eine 120 Jahre alte Rennlegende ausgegraben und in einen Ghost gewickelt

Rolls-Royce hat eine 120 Jahre alte Rennlegende ausgegraben und in einen Ghost gewickelt
rolls-roycemotorcars.com
Autor: Dmitry Yakin

Der Einzelstück-Black-Badge-Ghost Tourist Trophy ehrt den Isle-of-Man-Sieg von 1906 — die Fahrgestellnummer des Originals steckt unter den Luftdüsen.

Rolls-Royce hat einen einzelnen Black Badge Ghost Tourist Trophy gebaut — und der Anlass ist nicht irgendein Jubiläum, sondern ein sehr konkretes Datum. Vor 120 Jahren gewann Charles Rolls die Isle of Man Tourist Trophy in einem Light 20 H.P. Heute verbinden die meisten das Kürzel TT mit Motorrädern, doch zu Beginn des 20. Jahrhunderts kämpften auf derselben Strecke Automobile. Und einer der Gründer von Rolls-Royce zählte zu den Siegern.

Die Karosserie trägt Emerald Green — eine moderne Interpretation der Farbe des originalen Renners. Längs der Flanke verläuft eine schmale Ghost-White-Linie, in die eine kleine Zahl 4 eingearbeitet ist: die Startnummer des historischen Wagens.

Rolls-Royce Black Badge Ghost Tourist Trophy
© rolls-roycemotorcars.com

Der Innenraum ist in Schwarz und Cognacbraun gehalten. Braun zieht sich durch Sitzeinsätze, Paspeln, Nähte und Teppiche. In die Rücksitze ist die Kontur der Isle of Man eingestickt. Und dann die Details, die nur ein wirklich genauer Beobachter findet: auf der Unterseite jeder runden Lüftungsdüse sind das Kennzeichen des historischen Renners, seine Fahrgestellnummer und die Koordinaten des Short Highroads Course eingraviert.

Technisch — keine Überraschungen. Unter der Haube arbeitet der bekannte 6,75-Liter-Biturbo-V12 mit 592 PS und 899 Nm, gekoppelt an ein 8-Gang-Automatikgetriebe. Der Antrieb erfolgt auf alle vier Räder. Einen klassischen Sportmodus gibt es nicht, dafür schärft die Low-Taste am Selektor die Reaktionen von Getriebe und Gaspedal.

Den Preis hat Rolls-Royce wie gewohnt nicht genannt. Ein gewöhnlicher Black Badge Ghost startet in Großbritannien bei etwa 325.000 Pfund, für eine One-off-Kommission zahlt man spürbar mehr. Und man zahlt nicht für Leistung — davon gibt es genauso viel wie im Serienauto. Man zahlt für eine Geschichte. Und Geschichten verpackt niemand so wie Rolls-Royce.

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