Premium-Marken kassieren wieder einen Schlag, und ein Logo überragt sie alle

Premium-Marken kassieren wieder einen Schlag, und ein Logo überragt sie alle
A.Krivonosov
Dmitry Yakin
Autor: Dmitry Yakin

Eine neue DiscoverCars-Umfrage unter 713 Autofahrern haut dem Premium-Segment erneut auf die Finger. BMW führt mit einem Abstand, der schon fast peinlich ist.

Die Premium-Marken haben wieder eins auf die Mütze bekommen. Eine neue Umfrage der Plattform DiscoverCars, deren Ergebnisse die Redakteure von Tarantas News ausgewertet haben, bestätigt einmal mehr, was Autofahrer seit Jahren grummeln: 713 befragte Fahrer aus aller Welt verbinden aggressives Fahren ganz klar mit teuren Logos. Und Platz eins geht — wenig überraschend — an BMW.

Satte 58 % der Befragten denken bei aggressivem Fahrstil sofort an die Bayern. Das ist kein Vorsprung mehr, das ist ein Erdrutsch. Audi landet mit 30 % auf Platz zwei, dann folgen Land Rover mit 14 % und Tesla mit 12 %. Volkswagen schließt die Top Five mit 11 % ab — der einzige Volumenhersteller in einer Reihe voller Luxusmarken. Danach brechen die Zahlen steil ein: Mercedes 3 %, Toyota 2 %, Mazda, Ford und Volvo jeweils 1 %. Zufall? Wohl kaum.

Im Länderranking sollten Einheimische die Aggressivität ihrer Landsleute am Steuer auf einer Skala von 1 bis 5 bewerten. Der Sieger überrascht ebenfalls niemanden — Italien, mit 3,5 Punkten. Die USA und Neuseeland liegen mit je 3,4 gleichauf, Großbritannien folgt mit 3,0. Frankreich und die Niederlande kommen jeweils auf 2,9, Kanada auf 2,8. Das gelassenste Land der Umfrage ist ausgerechnet Australien mit 2,7.

Italien führt auch das Ranking der Reise-Erinnerungen an: 23 % der Teilnehmer nannten das Land als jenes, in dem sie persönlich am häufigsten auf aggressive Fahrer trafen. Großbritannien wurde von 11 % genannt, die USA von 9 % — New York wurde dabei extra hervorgehoben. Offenbar hat das gelbe Taxi-Chaos nicht nur in Scorseses Filmen Spuren hinterlassen.

Und was bringt Autofahrer am meisten auf die Palme? Die Antwort ist fast schon peinlich banal — und gerade deshalb so schmerzhaft: 56 % der Befragten platzt der Kragen bei Fahrern, die nie blinken. Es folgen Drängler mit 46 %, Schleicher auf der linken Spur mit 43 %, Handy-Glotzer mit 39 % und ruckartiges Bremsen ohne Grund mit 20 %.

Die Studie handelt eigentlich gar nicht von „schlechten“ Marken oder Ländern. Sie handelt davon, wie zäh sich Straßen-Stereotype halten — und davon, dass der Ruf einer Marke nicht in der Werbung entsteht, sondern im Rückspiegel des Nebenmanns. Wer nicht auf der schwarzen Liste eines Fremden landen will, fängt am besten beim Blinker an. Der kostet nichts.

Aktuelle Beiträge