Audi hat den Nuvolari gerade erst präsentiert — und deutet schon an, dass das erst der Anfang ist. Im Gespräch mit Top Gear hat Markenchef Gernot Döllner praktisch verraten: Vom neuen Supersportler könnte es eine offene Spyder-Version geben.
Das Coupé Nuvolari wird Audis Halo-Projekt und auf 499 Einheiten limitiert. Auf die Frage, ob es weitere 499 Roadster gibt, antwortete Döllner mit Nein. Doch beim Nachhaken — „kein Spyder oder keine 499 Stück?“ — soll der Manager mit einem Lächeln nur ein Sätzchen fallen gelassen haben: „Nicht 499.“ Offizielle Bestätigung? Fehlanzeige. Aber bei einem Supersportler dieses Kalibers reicht manchmal genau so ein Halbsatz, damit Sammler ihr Telefon nicht mehr aus der Hand legen.
Die Technik des Nuvolari ist von ernster Sorte. Im Zentrum sitzt ein 4,0-Liter-V8 mit Doppelturbo, geliehen aus dem Lamborghini Temerario, der bis 10.000 U/min dreht. Unterstützt wird er von drei Axialflussmotoren. Die Systemleistung liegt bei 987 PS, die Höchstgeschwindigkeit jenseits von 217 mph beziehungsweise rund 349 km/h. An der Abstimmung des Fahrwerks waren unter anderem Fahrer aus dem Audi-F1-Team beteiligt.
Der Preis des Coupés liest sich schon wie die Eintrittskarte in einen geschlossenen Klub: ab 686.613 Dollar, also rund 640.000 Euro. Der Spyder dürfte mit ziemlicher Sicherheit teurer werden. Offene Supersportler kosten ohnehin einen Aufpreis für Seltenheit, aufwändige Karosserie und Statuswert — und wenn die Stückzahl nicht in Hunderten, sondern in Dutzenden gemessen wird, klettert der Preis schnell weiter nach oben.
In der Performance dürfte das Cabrio dem Coupé kaum hinterherhinken. Ja, offene Karosserien brauchen meist zusätzliche Versteifungen und werden schwerer, aber bei 987 PS lebt der Unterschied eher in der Tabelle als auf der Strecke. Wichtiger ist für den Käufer ohnehin etwas anderes: der V8-Sound über dem Kopf, der freie Himmel und das Gefühl, dass der Nuvolari damit noch eine Stufe ungewöhnlicher wird.
Audi war im Supersportwagensegment lange nicht mehr so laut. Sollte der Nuvolari Spyder wirklich kommen, wäre das keine Erweiterung der Modellpalette aus Volumengründen. Es wäre eine seltene Geste — für Leute, die einen Audi nicht als Alternative zum Porsche oder zum Lamborghini wollen, sondern als eigenständiges Sammlerobjekt.