Es ist ein Paradox: Der klügste BMW X5 ist weder der stärkste noch der neueste, noch der mit dem auffälligsten Emblem. Laut Experten ist die vierte Generation — der G05 — die ausgewogenste Version, die BMW je gebaut hat. Das Auto kam 2019 auf den Markt, basierend auf der modularen CLAR-Plattform — derselben, die auch unter anderen großen BMW-Modellen steckt. Das ist keine abstrakte Information: gemeinsame Komponenten bedeuten ein breiteres Ersatzteilangebot und mehr freie Werkstätten, die die Konstruktion wirklich kennen.
Die wahren Stars sind die Benziner xDrive40i und sDrive40i mit dem B58-Reihensechszylinder. Dieser Motor hat den N55 abgelöst und gilt als deutlich zuverlässigerer Wurf. Er kam in zahllosen BMW-Modellen zum Einsatz, daher ist die Service-Erfahrung enorm und Ersatzteile sind problemlos zu bekommen. Genau deshalb gelten diese X5 als die unkomplizierteste Wahl.
Bei den V8 wird es komplizierter. Der N63 im X5 M50i ist die bislang beste Version dieses Motors — aber er fordert immer noch strikte Wartung, und eine vernachlässigte Historie kann teuer werden. Der neuere S68 im X5 M60i ist schlicht zu jung für ein endgültiges Urteil. Erst recht mit dem angeflanschten 48-Volt-Mildhybridsystem.
Die Plug-in-Hybride — xDrive45e und xDrive50e — wirken ebenfalls verlockend: unter der Haube derselbe bewährte B58, dazu eine ordentliche elektrische Reichweite. Aber das Risiko ist real: teure Hochvoltkomponenten und volle Abhängigkeit von einer qualifizierten Werkstatt. Eine fehlerhafte Diagnose — und die Rechnung schreibt sich neu.
Das Fazit ist einfach. Die sicherste Wahl ist ein G05 X5 in der 40i-Version mit transparenter Servicehistorie. Modernes Interieur, ordentliche Assistenzsysteme, komfortables Fahrwerk — und deutlich weniger technisches Stochern im Nebel als bei älteren X5 oder launischen V8 mit Hybridtechnik drumherum.