Cupra spielt jetzt mit dem Dunkel. Der elektrische Crossover Tavascan bekommt eine Black Edition — und es ist einer dieser Fälle, in denen ein Auto weder schneller noch stärker noch reichweitenstärker gemacht wird. Es wird einfach in Schatten getaucht. Null technische Änderungen. Aber optisch? Der Tavascan wirkt jetzt deutlich aggressiver: schwarze Akzente außen, eine besondere Innenraumgestaltung und erweiterte Ausstattung. Von außen verraten die Black Edition schwarze Gitter in den Stoßfängern, ein dunkler Unterfahrschutz und schwarze Spiegelkappen.
Die Räder sind Geschmackssache. Entweder die 20-Zoll Heckla oder die 21-Zoll Katla. Beide in mattem Schwarz. Für einen Crossover, der ohnehin auf scharfes, fast provokantes Design setzt, wirkt dieses Paket wie ein Charakterverstärker. Keine Karosserieumbauten, kein Tuning-Beigeschmack. Nur Ton.
Im Innenraum gibt es Fusion-Metal-Einsätze an den Türen und im zentralen „gerippten“ Bereich des Armaturenbretts. Die Sportsitze Black Soul sind mit Dinamica bezogen, und im Innenraum kommen schwarze Slush- und PVC-Elemente zum Einsatz. Das ist kein Versuch, aus dem Tavascan ein anderes Auto zu machen — es ist Atmosphären-Tuning. Dunkel. Dicht. Konzentriert.
Cupra macht die Regeln klar: Die Black Edition ist nur mit den Paketen Immersive und Adrenaline verfügbar. Und in denen steckt so ziemlich alles, was man von einem Elektro-Crossover in dieser Preisklasse erwartet: beheizbare und elektrisch verstellbare Vordersitze mit Memory-Funktion, eine Premium-Soundanlage von Sennheiser, Panoramadach, erweiterte Ambientebeleuchtung, ausgebaute Informationssysteme für den Fahrer und das adaptive Dynamic Chassis Control.
Preise und Verkaufsstart? Cupra hat sich noch nicht geäußert. Aber es gibt eine Orientierung. In Großbritannien startet der reguläre Tavascan bei 47 350 Pfund — das sind rund 63 400 Dollar. Die Versionen V2, VZ1 und VZ2 sind deutlich teurer. Die Black Edition wird also kaum in der Nähe des Basispreises landen. Eher das Gegenteil.
Gebaut wird der Tavascan in China im Werk Volkswagen Anhui in Hefei, auf Basis der MEB-Plattform. Auf dem chinesischen Markt wird das Schwestermodell als Volkswagen ID. Unyx 06 verkauft. Die gleiche Architektur liegt einer ganzen Familie von Volkswagen-Group-Elektroautos zugrunde: Skoda Enyaq, Audi Q4 e-tron, VW ID.4, ID.5 und mehr. Für Cupra ist diese Black Edition nicht einfach ein Designpaket. Es ist eine Überlebensfrage auf einem ganz bestimmten Markt.
Denn die Sache ist: Cupra hat seine Pläne, 2030 in die USA einzusteigen, gestrichen. Als Gründe wurden schwache EV-Verkäufe und Importzölle genannt. Das bedeutet: In Europa muss der Tavascan seine Aufmerksamkeit nicht über den Preis, sondern über Charakter, Ausstattung und seltene Sondereditionen halten. Die Black Edition macht den Tavascan nicht schneller. Aber sie gibt ihm etwas, das im Segment der Elektro-Crossover manchmal mehr wert ist als Pferdestärken — eine sofort erkennbare Identität. Und in einem Segment, in dem die Hälfte der Autos wie Klone voneinander aussieht, ist das schon viel.