Mercedes patentiert einen Flügel, der die Regeln neu schreibt

Mercedes patentiert einen Flügel, der die Regeln neu schreibt
media.mercedes-benz.com
Vlad Komarov
Autor: Vlad Komarov

Mercedes-Patent zeigt klappbare Endplatten, die zu Mini-Flügeln werden. Abtrieb auf Knopfdruck. Hört der AMG Black Series schon zu?

Mercedes-Benz hat sich etwas ausgedacht, was so noch kein Serienhersteller gewagt hat — einen Heckflügel, bei dem sogar die Endplatten lebendig werden. Eine frische Patentanmeldung beschreibt eine raffinierte Konstruktion: verlängerte untere Elemente, ein Scharnier, ein Elektromotor und eine scheinbar normale Endplatte. Im eingeklappten Zustand wirkt das Ganze wie eine vergrößerte Seitenwand — sie trennt Hoch- und Niederdruckzonen, verhindert das Überströmen der Luft an der Kante und schärft die aerodynamische Effizienz.

Und dann wird es spannend. Auf Knopfdruck schwenken die Elemente nach oben — und verwandeln sich in zwei winzige Zusatzflügel rechts und links vom Hauptelement. Der Abtrieb schnellt fast augenblicklich nach oben. Genau das, was man bei hohem Tempo und auf der Rennstrecke braucht, wo Zehntelsekunden über alles entscheiden.

Mercedes-AMG
© uspto.gov

Die Mercedes-Benz-Ingenieure beschreiben das Problem von Rennautos im Patent ganz offen. Jede Strecke verlangt einen anderen Abtriebspegel — und das heißt entweder einen ganzen Fuhrpark unterschiedlicher Flügel mitzuschleppen oder eine komplizierte verstellbare Mechanik einzubauen. Riesige Lagerbestände, enorme Kosten, mühselige Ein- und Ausbauzyklen und ein erhöhtes Risiko von Montagefehlern. Die neue Idee soll einfacher, günstiger und fernsteuerbar sein.

Wird das je in der Serie auftauchen? Große Frage. Aber das Patent passt verdächtig gut zur Zukunft des Mercedes-AMG GT oder einer CLE 63 Black Series. Und für Rennteams ist so ein Flügel ein Traum — man stimmt das Auto per Knopfdruck auf die Strecke ab, ohne den halben Wagen zu zerlegen.

Aktuelle Beiträge