Mansory hat sich beherrscht — und der Phantom gewinnt genau dadurch

Mansory hat sich beherrscht — und der Phantom gewinnt genau dadurch
соцсети Mansory USA
Dmitry Yakin
Autor: Dmitry Yakin

Die US-Sparte von Mansory zeigt einen Rolls-Royce Phantom ohne den üblichen Overkill. Weiße Karosserie, oranges Leder und ein fast serienmäßiger Heckstoßfänger.

Mansory und Zurückhaltung — eine Kombination, an die kaum jemand glaubt. Doch das neue Projekt der US-Sparte des Tuners bricht das Klischee: Der Rolls-Royce Phantom bekam eine weiße Karosserie und einen knallorangen Innenraum — und kommt dabei ohne das übliche optische Overkill aus.

Von außen ist der Phantom fast komplett in Weiß lackiert. In genau diesem Ton sind auch die massiven Mansory-Räder gehalten, während die Chromakzente an ihrem Platz bleiben. Das Auto trägt einen beleuchteten Kühlergrill, einen überarbeiteten unteren Bereich der Frontschürze und sitzt, der Statur nach zu urteilen, eine Spur tiefer als die Serienversion.

Der hintere Stoßfänger wirkt fast werksseitig. Und genau das ist vielleicht der größte Erfolg des Projekts: Die ursprüngliche Architektur des Rolls-Royce bleibt unangetastet. Beim Phantom ist das entscheidend — ein zu aggressives Bodykit verwandelt die Repräsentationslimousine sofort in Tuning um des Tunings willen. Mansory hat auf etwas anderes gesetzt: Farbe, Räder, Proportionen.

Rolls-Royce Phantom
Social Media von Mansory USA

Der Innenraum sticht dagegen deutlich stärker hervor als die Karosserie. Drinnen — knallorangenes Leder mit schwarzen Akzenten und Metall-Dekor. Gut möglich, dass sich diese Ausstattung auch über das werksseitige Personalisierungsprogramm von Rolls-Royce hätte bestellen lassen: Die Marke bietet selbst nahezu grenzenlose Bespoke-Varianten. Doch im Mansory-Kontext trifft das Interieur perfekt die typische Vorliebe des Tuners für starke Kontraste.

Über technische Änderungen schweigt der Tuner. Bleibt der Motor serienmäßig, arbeitet unter der langen Haube ein 6,75-Liter-V12 mit zwei Turboladern. Die Werksleistung des Phantom liegt bei 563 PS und 900 Nm. Die Standardversion erreicht 100 km/h in rund 5,3 Sekunden, die verlängerte EWB — eine Spur langsamer.

Rolls-Royce Phantom
Social Media von Mansory USA

Der Phantom basiert auf der markeneigenen Plattform Architecture of Luxury, die Rolls-Royce auch für Ghost, Cullinan, Spectre und exklusive Projekte wie den Boat Tail nutzt. Selbst nach dem Tuning bleibt die Basis dieselbe: massive Karosserie, Stille im Innenraum und das Gefühl, dass Geschwindigkeit hier nicht das Hauptargument ist.

Genau wegen dieser Balance ist das Mansory-Projekt spannend. Ein weiß-oranger Phantom ist alles andere als dezent. Doch er zeigt eindrucksvoll: Manchmal reicht es, wenn ein Tuner einen Schritt früher aufhört — und das Auto gewinnt nur dadurch.

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