Fünf Tage, weniger als 5.000 Dollar — und ein alter Benzinmotor wanderte auf den Schrottplatz der Geschichte. Der Besitzer eines Suzuki SJ410 blies die Zylinderkopfdichtung zum zweiten Mal durch und entschied: Schluss damit. Statt den 45-PS-Benzinmotor zu reparieren, bekam der Geländewagen einen Elektromotor mit gerade einmal 9 PS, und seine Reichweite schrumpfte auf 32–48 Kilometer. Ein Upgrade? Eher nicht — und trotzdem funktioniert es.
Der Urheber des Projekts, The Life of Troy, verwendete einen 72-Volt-Gleichstrommotor von D&D Motor Systems und einen Alltrax-Controller mit 500 A. Der Motor wurde über eine Adapterplatte mit dem werkseitigen Fünfganggetriebe verbunden. Die Kupplung entfiel, doch Gänge und Verteilergetriebe blieben erhalten — den Allradantrieb hat der Geländewagen nicht verloren. Im Originalvideo wird das Fahrzeug als Suzuki SJ410 bezeichnet; Jimny und Samurai sind Marktbezeichnungen für die verwandte Familie kompakter Suzuki-Geländewagen.
Die Energie liefert eine Lithium-Eisenphosphat-Batterie aus dem Golfwagen-Segment: 72 V, 105 Ah. Das entspricht etwa 7,6 kWh — fast zehnmal weniger als die Batterie eines modernen Massen-Elektroautos. Der Akku nahm den Platz des Benzintanks ein, lädt an einer haushaltsüblichen 120-V-Steckdose in rund fünf Stunden und erlaubt eine Höchstgeschwindigkeit von etwa 80 km/h. Nicht viel. Für die Stadt reicht es trotzdem.
Die drei teuersten Komponenten kosteten zusammen 3.644 Dollar: 929 Dollar der Motor, 815 Dollar der Controller und rund 1.900 Dollar die Batterie. Der Rest des Budgets floss in Ladegerät, Spannungswandler, Adapterplatte, Kabel, Halterungen und Verkabelung. Das Fahrzeug selbst und fünf Tage Eigenarbeit sind darin nicht enthalten — die wurden gar nicht erst eingerechnet.
Das Geheimnis des Tempos: konsequenter Verzicht auf alles Überflüssige. Der SJ410 hatte nie einen Bremskraftverstärker mit Unterdruck, weshalb keine separate elektrische Vakuumpumpe nötig war. Der Besitzer verzichtete zudem auf jede komplexe Integration moderner Fahrzeugelektronik und ließ das serienmäßige Getriebe unangetastet.
Doch der niedrige Preis hat seinen eigenen Preis — eine knallharte Spezialisierung. Der geschätzte Verbrauch liegt bei etwa 158–236 Wh/km, und die 9-PS-Anlage ist vor allem für kurze Stadtfahrten gedacht. Mehr Reichweite gewünscht? Dann braucht es mehr Batterien — und sofort mehr Gewicht, mehr Kosten und längere Ladezeiten. Die nächste Bewährungsprobe des Projekts: Daten zu Fahrzeuggewicht, Batterieschutz und dem Verhalten des Elektroantriebs im Gelände.