BMW spielt seinen Trumpf für China aus — Langversionen des neuen X5 und des vollelektrischen iX5. Keine halben Sachen: Es handelt sich um eigenständige Werksvarianten mit dem internen Code G78, die gezielt auf die Wünsche lokaler Käufer zugeschnitten sind. Produktionsstart ist 2027.
Das Hauptargument ist der Radstand. Die Ingenieure haben ihn um 130 mm auf 3.165 mm gestreckt. Und fast der gesamte Zugewinn geht direkt an die Fondpassagiere — ihnen gehört der Innenraum jetzt.
Im Innenraum gibt es speziell entwickelte Sitze, ein Panorama-iDrive-System auf Basis von BMW Operating System X und einen eigenen Bildschirm für den Beifahrer. Der eigentliche Clou sitzt aber über den Köpfen der Fondpassagiere: Eine neue Version des deckenmontierten Theatre Screen streamt Videos in 8K, läuft Spiele und ermöglicht Videoanrufe. Die adaptive Zweiachs-Luftfederung ist hier kein Extra, sondern Serie.
Der elektrische BMW iX5 erhält die sechste Generation der eDrive-Technologie — und ein Versprechen, bei dem man kurz die Luft anhält: über 1.000 km Reichweite nach dem chinesischen CLTC-Zyklus. Batteriekapazität, Leistung und Ladegeschwindigkeit der chinesischen Version hält BMW bislang unter Verschluss. Zum Vergleich: Der globale iX5 60 xDrive ist mit bis zu 845 km nach WLTP angegeben — doch dieser Vergleich hinkt. Die Testzyklen sind unterschiedlich, ein direkter Abgleich der Werte verbietet sich.
Es gibt noch einen weiteren Trumpf im Ärmel: Für die chinesischen Modelle entwickelt BMW gemeinsam mit dem lokalen Partner Momenta ein Fahrerassistenzsystem. Es soll die Fahrt von Punkt A nach Punkt B ohne menschlichen Eingriff bewältigen. Der Haken — welches Automatisierungslevel erreicht wird und auf welchen Straßen die Funktion tatsächlich läuft, verrät BMW noch nicht.
Ein langer X5 für China ist kein Neuland. Die Vorgängergeneration mit langem Radstand wurde bereits beim Joint Venture BMW Brilliance in Shenyang gebaut — seit 2022.
Zuvor berichteten wir, dass der BMW iX3 zum reichweitenstärksten Elektroauto Brasiliens wurde.