Der Captiva bekommt eine neue chinesische Basis, und noch hat es niemand offiziell verraten

Der Captiva bekommt eine neue chinesische Basis, und noch hat es niemand offiziell verraten
chevrolet.com.co
Dmitry Yakin
Autor: Dmitry Yakin

Prototypen des Chevrolet Captiva 2027 testen in Mexiko und Südamerika – aufgebaut auf dem brandneuen Wuling Starlight 560 statt des betagten Baojun 530.

Chevrolet schreibt gerade still und leise die genetische Basis des Captiva um — und diesmal geht die Veränderung tiefer, als es auf den ersten Blick scheint. Laut GM Authority absolvieren Prototypen des benzinbetriebenen Crossovers mit Modelljahr 2027 bereits Validierungsfahrten in Mexiko und Südamerika. Die Tarnung ist minimal: Verdeckt sind vor allem Embleme, Schriftzüge und Details der Front. General Motors selbst hat die neue Version offiziell noch nicht vorgestellt — doch ein Geheimnis dieser Größe lässt sich nicht ewig verbergen.

Die eigentliche Spannung steckt nicht unter der Folie, sondern unter dem Blech. Der aktuelle Benziner-Captiva XL basiert auf dem Baojun 530, doch die nächste Generation bringt GM Authority nun mit dem brandneuen Wuling Starlight 560 des Gemeinschaftsunternehmens SAIC-GM-Wuling in Verbindung. Und hier liegt die Pointe: Der elektrische und der Plug-in-Hybrid-Captiva, die in der Region bereits verkauft werden, stehen auf einer völlig anderen Plattform — dem Wuling Starlight S. Chevrolet verwendet also denselben Namen für zwei komplett unterschiedliche chinesische Modelle. Zufall? Eher wohl kalkuliertes Marketing.

Der Starlight 560 läuft bereits in Serie, weshalb sich die Abmessungen des künftigen Captiva schon jetzt abschätzen lassen. Nach offiziellen SGMW-Angaben ist er 4.745 mm lang, 1.850 mm breit und 1.755 mm hoch, bei einem Radstand von 2.810 mm. Der Antrieb erfolgt vorn, vorne kommt eine McPherson-Achse zum Einsatz, hinten eine Mehrlenkerachse.

Und was steckt unter der Haube? Der Benziner-Wuling erhält einen 1,5-Liter-Turbomotor mit 177 PS. Die Version mit Sechsgang-Schaltgetriebe liefert 260 Nm Drehmoment und kommt nach WLTC auf 6,99 l/100 km, die CVT-Version steigert das Drehmoment auf 290 Nm, verbraucht dafür aber 7,58 l/100 km. Als bestätigte Captiva-Werte lassen sich diese Zahlen aber noch nicht bezeichnen — die Quelle spricht bislang nur von einem Benzinmotor für den künftigen Chevrolet, mehr nicht.

Unterdessen wird das südamerikanische Chevrolet-Programm derzeit fast vollständig umgekrempelt. Der neue Sonic 2027 rollt bereits als eigenständiges globales GM-Projekt in mehrere Märkte der Region, und im August wurde in Brasilien eine experimentelle 48-Volt-Version gesichtet. Für den Captiva stehen als Nächstes der offizielle Versionsname, Motor, Getriebe und die Länderliste an. GM Authority rechnet mit der Premiere in den kommenden Monaten. Merken Sie sich diesen Namen — langweilig wird es sicher nicht.

Aktuelle Beiträge