Die Wartezeit wird plötzlich zwei Jahre länger — und offiziell sagt das niemand

Die Wartezeit wird plötzlich zwei Jahre länger — und offiziell sagt das niemand
B.Naumkin
Vlad Komarov
Autor: Vlad Komarov

Laut The Times hat JLR die nächste Generation des großen Defender — und damit auch die Elektroversion — still und leise in die frühen 2030er verschoben.

Ein vollelektrischer Land Rover Defender könnte später kommen als gedacht — und in diesem Jahrzehnt ganz sicher nicht mehr. Wie The Times berichtet, hat JLR den kompletten Generationswechsel des großen Defender um zwei Jahre pausiert. Branchenquellen hatten den Schritt eigentlich für 2028–2029 erwartet. Von einer Verschiebung eines offiziell angekündigten Termins kann keine Rede sein — einen solchen Termin hat das Unternehmen nie genannt. Die Pause selbst ist deshalb nicht weniger real.

Laut dem Bericht lässt die aktuelle Architektur des großen Defender schlicht keinen Platz für eine Antriebsbatterie. Eine vollelektrische Version hängt deshalb komplett von der nächsten Generation ab, während das aktuelle Modell weiterhin mit Benzin-, Diesel- und Hybridantrieben gebaut wird — so lange, wie es eben dauert.

Auch wirtschaftlich ergibt die lange Lebensdauer des Defender Sinn. The Times beziffert die Verkäufe auf rund 110.000 Fahrzeuge jährlich — etwa 31 % der 352.389 Fahrzeuge, die JLR im Geschäftsjahr 2025/2026 verkauft hat. Fast ein Drittel des gesamten Geschäfts hängt also an diesem einen Modell. Ein Generationswechsel des meistverkauften Produkts würde massive Investitionen erfordern — ausgerechnet in einer Phase, in der JLR die Kosten um 1,7 Milliarden Pfund senken will. Der Zeitpunkt passt einfach nicht.

Offiziell klingt das Programm deutlich vorsichtiger als die Schlagzeile. In einem strategischen Update vom 17. Juni 2026 bestätigte JLR den Marktstart des Range Rover Electric und des Range Rover Sport Electric noch für 2026. Als Nächstes soll ein kleineres Modell der Defender-Familie auf die EMA-Plattform wechseln, mit Elektro- und Hybridantrieb. Ein vollelektrischer, großer Defender — und ein Starttermin dafür — taucht darin nicht auf. Überhaupt nicht.

JLR verabschiedet sich also nicht von der Elektrifizierung des Defender — der Konzern trennt lediglich die Zeitpläne. Das kleinere Modell der Defender-Familie soll zuerst kommen, während der heutige Defender 90, 110 und 130 bis zum nächsten vollständigen Generationswechsel im Programm bleibt. Bestimmt werden kann der Sprung in die 2030er letztlich nur durch eine aktualisierte JLR-Roadmap oder eine offizielle Ankündigung des neuen Defender. Bis dahin bleibt es Interpretation — der Strategie und der Quellen von The Times.

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