AMG hat das Undenkbare getan — der V8 ist zurück, und er sitzt im CLE 63

AMG hat das Undenkbare getan — der V8 ist zurück, und er sitzt im CLE 63
A. Krivonosov
Dmitry Yakin
Autor: Dmitry Yakin

AMG steckt acht Zylinder zurück dorthin, wo sie hingehören. Der CLE 63 testet mit nagelneuem Flat-Plane-V8, und der CLE 53 zieht mit einem Facelift nach.

Mercedes-AMG holt den V8 zurück. Punkt. Und gibt dem CLE 53 gleich noch eine zweite Chance — mit frischem Gesicht. Das Coupé, das zwei zweitürige Mercedes-Modelle abgelöst hat — C-Klasse und E-Klasse — steht vor dem emotionalsten Update seit dem Marktstart. Und die Schlagzeile ist nicht die Kosmetik. Es ist die Rückkehr von acht Zylindern unter der Haube.

Auf den Erlkönig-Bildern sind Prototypen von CLE 53 und dem stärkeren CLE 63 zu sehen. Beide stecken noch in Tarnfolie, aber die Unterschiede sind deutlich erkennbar. Der gefacelifte CLE 53 bekommt eine überarbeitete Front: andere Scheinwerfer, ein neuer Kühlergrill, ein modifizierter Stoßfänger. Es ist keine neue Generation — die Karosserie bleibt weitgehend unberührt. Hinten erwarten wir einen aufgeräumteren Diffusor und die bekannten vier runden Endrohre.

Der CLE 63 wirkt aggressiver. Deutlich aggressiver. Größere Lufteinlässe, ein anderer Heckstößfänger, ein aggressiver Diffusor und vier kantige Endrohre — die Visitenkarte jedes Top-AMG. Die Räder sind größer, die Bremsen massiver. Alles, was man von einem Auto mit der 63 auf der Heckklappe erwartet.

Die eigentliche Spannung liegt unter der Haube. Vorläufigen Informationen zufolge bekommt der CLE 63 einen neuen 4,0-Liter-Biturbo-V8 mit Flat-Plane-Kurbelwelle. Die Leistung könnte die 600-PS-Marke knacken, einzelne Quellen sprechen von rund 650 PS. Sollten sich die Zahlen bestätigen, gibt Mercedes faktisch zu, was es jahrelang abstreiten wollte: Kunden in diesem Segment wollen keine Elektrifizierung — sie wollen den Charakter eines großen Motors.

Beim CLE 53 sind keine größeren technischen Umwälzungen zu erwarten. Das Coupé behält seinen 3,0-Liter-Reihensechszylinder, aktuell mit 443 PS und 560 Nm, im Overboost kurzzeitig bis zu 600 Nm. Der heutige CLE 53 sprintet in 4 Sekunden auf 60 mph — nach dem Facelift dürfte er ungefähr dort bleiben. Der Innenraum wird ebenfalls nicht neu erfunden.

Die Doppel-Display-Architektur bleibt. Aber ein überarbeitetes Lenkrad, andere Bedienelemente und ein frischer Software-Stand sind drin. Für Mercedes ist das der typische Facelift-Modus: mehr digitaler Feinschliff, punktuelle Anpassungen, mehr nicht.

Daneben entsteht der extreme Mercedes-AMG CLE 63 Mythos. Die Produktion soll auf nur 30 Exemplare begrenzt sein. Dreißig. Diese Version bekommt eine ausgeprägtere Aerodynamik, eine leichtere Konstruktion und einen kompromisslosen Trackday-Charakter. Unter der Haube derselbe V8 — nur dass der Preis Gerüchten zufolge weit jenseits der halben Million Dollar liegen soll.

Der normale CLE 63 ist für den Markt wichtiger. Genau er soll AMG zurückbringen, was den Anhängern der Marke seit Jahren fehlt: ein großer Motor, ordentlicher Sound, das Gefühl einer echten Top-Version. Nicht einfach noch eine elektrifizierte Variante mit 63 am Heck.

Die Premiere der überarbeiteten CLE-Reihe wird später 2026 erwartet. Und wenn der CLE 63 tatsächlich mit V8 kommt, ist das keine Kosmetik — sondern eine klare Rückwendung von AMG zu jenen Kunden, die ihre Sportcoupés noch immer mit dem Herzen auswählen, nicht mit dem Datenblatt.

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