Stellantis verbindet China und Malaysia, und der C10 ist erst das Aufwärmen

Stellantis verbindet China und Malaysia, und der C10 ist erst das Aufwärmen
B. Naumkin
Dmitry Yakin
Autor: Dmitry Yakin

Mit einem halben Jahr Verspätung startet Stellantis die lokale Leapmotor-Montage in Malaysia. Der C10 ist erst der Auftakt — Europa und ASEAN kommen als Nächstes.

Stellantis hat endlich die lokale Montage von Leapmotor-Fahrzeugen in Malaysia hochgefahren. Erstes Modell vom Band ist der Crossover C10 — und der Start kam peinlich spät. Ursprünglich wollten die Unternehmen die Produktion schon Ende 2025 anlaufen lassen, doch die ersten Autos rollten erst jetzt vom Förderband, fast sechs Monate hinter dem Zeitplan.

Gefertigt wird im Werk Gurun im Bundesstaat Kedah. Stellantis hat 2,23 Millionen Euro (etwa 2,59 Millionen Dollar) in den Aufbau der Operationen gesteckt. Weitere 3,1 Millionen Euro (rund 3,6 Millionen Dollar) sind für Modernisierungen der Linie und der Infrastruktur eingeplant. Für einen Konzern dieser Größe ist das Kleingeld — aber darum geht es gar nicht. Leapmotor bekommt einen industriellen Stützpunkt in ASEAN, und Stellantis bekommt Zugang zu einem rasant wachsenden chinesischen EV-Produkt, ohne es selbst entwickeln zu müssen. Eine saubere Symbiose.

Vorerst zielt das Werk auf die malaysische Inlandsnachfrage. Doch Stellantis schielt bereits auf Exporte aus Gurun in die Nachbarstaaten. Das Personal hat eine spezielle Schulung für Hochvoltsysteme bis 800V durchlaufen — solche Autos kann man nicht einfach auf eine alte Benzinlinie stellen. Hier braucht es eine völlig andere Produktionskultur.

Der Leapmotor C10 wird in China seit März 2024 verkauft und ist sowohl als reines Elektroauto als auch in der EREV-Version mit Range Extender erhältlich. Der Einstiegspreis auf dem Heimatmarkt liegt bei 122.800 Yuan (rund 18.160 Dollar). Und am 16. Juni zeigt China den überarbeiteten C10 zusammen mit C11 und C16. Das Flaggschiff bekommt neue Lichttechnik, die Karosserie wächst um 10 mm, und die elektrische Reichweite der EREV-Variante steigt auf 190 km.

Nächster malaysischer Leapmotor wird der kompakte B10 — die Montage ist bis Ende 2026 versprochen. Parallel bereitet Stellantis die B10-Produktion im spanischen Zaragoza vor und übergibt das Madrider Werk an das Joint Venture Leapmotor International. Das ist keine einmalige Lieferung aus China mehr. Das ist der Versuch, ein globales Netzwerk aufzubauen.

Und Leapmotor hat stärkere Argumente als bloße Versprechen. Im Mai lieferte das Unternehmen rekordverdächtige 81.569 Fahrzeuge aus — ein Plus von 80,99 % gegenüber dem Vorjahresmonat. Stellantis stieg 2023 bei Leapmotor ein und legte 1,5 Milliarden Euro für rund 20 % der Anteile auf den Tisch. Die Wette scheint aufzugehen.

Die Lehre für Käufer ist einfach. Chinesische Elektroautos werden nicht mehr nur als Importe aus dem Reich der Mitte ankommen. Sie werden zunehmend näher an den Absatzmärkten gebaut — und das ändert alles: Preise, Ersatzteilverfügbarkeit, Lieferzeiten. Und das ist erst der Anfang.

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