Der alte Dodge Caravan gilt üblicherweise als billiger Familien-Van — ein Auto für Schule, Supermarkt und Wochenendausflug. Doch dieses Exemplar hat diese Rolle längst hinter sich gelassen. Das Team von Savage Racing NW hat aus einem Caravan von 1998 ein Drift-Taxi gebaut — mit V8, zwei Turbos und einem Fahrwerk, das mit dem Serien-Van fast nichts mehr gemein hat.
Der Werksmotor musste einem 5,3-Liter-LSx-V8 weichen, der von zwei „eBay-Turbos“ befeuert wird. Jeder kann bis zu 500 PS verkraften, doch der Ladedruck ist vorerst auf 0,5 bar gedeckelt — bis das Aggregat richtig auf dem Prüfstand abgestimmt ist. Auf der Mod-Liste: verstärkte Stößel und Ölpumpe, Serienansaugbrücke, eine 85-mm-Holley-Sniper-Drosselklappe, 700-PS-Holley-Einspritzdüsen und ein Holley Terminator X als Steuergerät.
Und das ist noch nicht einmal der seltsamste Teil des Projekts. Der Van bekam ein fünfgangiges Tremec-TKX-600-Schaltgetriebe und eine Winters-Quick-Change-Hinterachse — ein Bauteil, das sonst unter Ovaltrack-Rennwagen sitzt. Mit anderen Worten: Aus einem fronttriebigen Familien-Dodge wurde eine hecktriebige Driftmaschine. Vorne: ein maßgefertigter Rohrhilfsrahmen, die Caravan-Lenkung, dazu Fahrwerk und Bremsen vom Nissan 240SX. Hinten: ein neu aufgebautes Chassis, eine Dreilenker-Aufhängung und QA1-Gewindefahrwerk.
Praktischer Nutzen? Kaum. Aber genau solche Projekte zeigen, warum alte, simple Autos im Tuning bis heute leben: billige Karosserien, ein Layout, das Experimente erlaubt, und Teile, die sich aus völlig verschiedenen Welten zusammenstecken lassen — vom Van über das japanische Coupé bis zum Ovaltrack-Renner.
Von der Familienlogik ist hier nichts mehr übrig. Nur noch Plätze für Mitfahrer, ein Überrollkäfig — und ein sehr seltsamer Grund, mitten in der Kurve zu grinsen.