Range Rover erweitert seine Modellfamilie erstmals seit einem halben Jahrhundert auf fünf eigenständige Modelle – und das fünfte stellt so ziemlich alles infrage, was man bislang über die Marke wusste. Zu Range Rover, Sport, Velar und Evoque gesellt sich der GT: ein flaches, coupéhaftes Fahrzeug, das der Hersteller selbst als den bislang „autoähnlichsten“ Range Rover bezeichnet. Getarnte Prototypen befinden sich bereits in der finalen Erprobungsphase auf der Straße – lange wird das Warten also nicht mehr dauern.
Der größte Unterschied steckt nicht nur in der Silhouette. Der GT wird der erste Range Rover überhaupt auf der neuen EMA-Architektur sein und zum Marktstart ausschließlich als Elektrofahrzeug angeboten. Gebaut wird er im JLR-Werk Halewood in Großbritannien – derselben Fabrik, in der auch Verbrenner- und Hybridmodelle der Marke vom Band laufen. Eine vollwertige Hybridversion (HEV) soll später auf derselben Plattform folgen, einen Termin nennt das Unternehmen dafür aber noch nicht.
Dass der Velar deshalb ausgemustert wird, ist trotzdem nicht zu erwarten. Laut Autocar wird der Neuling größer als der Velar, in der Länge nah am Range Rover Sport liegen, dabei aber deutlich flacher ausfallen. Der Velar läuft unterdessen unverändert weiter – mit seinen aktuellen Benzin-, Diesel- und Plug-in-Hybridantrieben.
Der Innenraum soll aussehen wie kein Range Rover zuvor. Gezeigt wurden bislang ein einzelnes zentrales Display in Kombination mit einem separaten Fahrerbildschirm, verdeckte Lüftungsdüsen über die gesamte Breite des Armaturenbretts sowie ein Textilbezug, hinter dem sich die Lautsprecher verbergen. Besonderes Augenmerk liegt auf der zweiten Sitzreihe: JLR verspricht klassenbestes Beinraumangebot.
Bei den technischen Daten hält sich Range Rover dagegen bedeckt. Batteriekapazität, Leistung, Reichweite, Ladezeit und exakte Abmessungen – all das behält der Hersteller noch für sich. Kursierende Schätzungen von über 100 kWh Batteriekapazität, einer 800-Volt-Architektur oder rund 800 km Reichweite bleiben vorerst Mutmaßungen der Fachpresse, keine bestätigten Werte des Serienmodells.
Die vollständige Enthüllung des Range Rover GT soll noch im Laufe des Jahres 2026 folgen, der Marktstart ist für 2027 vorgesehen. Seine Rolle ist aber schon jetzt klar umrissen: Kein weiterer hochbeiniger SUV, kein Velar-Nachfolger, sondern der Versuch, die Formel des großen elektrischen Grand Tourers in ein Fahrzeug zu übertragen, das trotzdem die markentypische Geländetauglichkeit eines Range Rover bieten muss.